Mo21052012

Gaza droht der Kollaps

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Oxfam

Lebenswichtige Ressourcen wie Treibstoff gelangen derzeit nicht mehr durch die Tunnel zwischen Gaza und Ägypten. Laut ägyptischer Presse sei der Grund dafür eine Treibstoffkrise auf der südlichen Sinai-Halbinsel, da Tankschiffe die Provinz nicht erreicht hätten. Dies hätte die ägyptischen Behörden veranlasst, rigoros gegen die Schmuggelwege in den Gazastreifen vorzugehen, um die eigenen Vorräte zu schützen.

Da im Gazastreifen außerdem das einzige Kraftwerk täglich für viele Stunden lahmliegt, leiden 1.6 Millionen Palästinenser unter akutem Energiemangel, die Situation für Kliniken und Krankenhäuser ist bedrohlich.

Vor wenigen Tagen warnte das Gesundheitsministerium des Gaza-Streifens, dass den Krankehäusern der Treibstoff ausgeht. 72 Prozent des Not-Treibstoffs seien bereits verbraucht. Mehr als 400 Nierenkranke seien derzeit akut gefährdet, da ihre Behandlung eine mehrstündige stabile Stromversorgung erfordert.

Auch bezüglich der Wasserversorgung droht ein Desaster, da Abwasser Straßen und Kanäle zu fluten droht, wenn die Pumpstationen nicht mehr arbeiten können. Der Wasserversorger Coastal Municipalities Water Utility (CMWU) schätzt, dass die 180 Generatoren des Unternehmens mit den derzeit zur Verfügung stehenden 80.000 Litern nur noch für sieben Tage laufen können. CMWU betreibt unter anderem 190 Frischwasserquellen und 40 Abwasserpumpstationen. Laut CMWU könnte die Treibstoffkrise dazu führen, dass die Wasserversorgung der Haushalte um die Hälfte einbricht.

Ebenfalls betroffen: die Kommunikationswege und Transportmittel. Ohne Generatoren funktionieren Internetverbindungen nicht, Büros schließen, Autos und Busse bleiben ohne Treibstoff stehen. Die Benzinpreise sind bereits um mehr als die Hälfte gestiegen.

Seit 2007 ist der Gazastreifen durch Israel abgeriegelt. Seitdem können kaum noch Waren auf legalem Weg in das Gebiet gebracht werden. Der Großteil der Versorgung erfolgt über Schmuggler-Tunnel ins benachbarte Ägypten.