Mo21052012

Amnesty International fordert Freilassung von Gefangenen in "Administrativhaft"

khader-adnan

PNN  

Amnesty International fordert die Freilassung oder sofortige Anklage eines palästinensieschen Gefangenen, der sich bereits seit über 50 Tagen im Hungerstreik befindet. Kahder Adnan protestiert mit der Verweigerung von Essen gegen die israelische „Administrativhaft", einen willkürlichen Arrests ohne Anklage und Urteil. Inzwischen sei sein Gesundheitszustand kritisch, sagen Ärzte. Er habe 20 Kilo Gewicht verloren und schwebe in Lebensgefahr. Gestern wurde Khader nach Angaben der Palästinensischen Häftlings-Gesellschaft von den israelischen Behörden in ein Krankenhaus in Jerusalem gebracht.

Der dreiundreißigjährige Khader Adnan war am 17. Dezember 2011 in den frühen Morgenstunden von Israelischen Sicherheitskräften in seinem Haus im Dorf Arrabe bei Jenin festgenommen worden. Er gehöre dem Islamischen Djihad an, hieß es zur Begründung von offizieller israelischer Seite.

Vergangenen Mittwoch hat ein israelisches Militärgericht eine Revision des Falls vorgenommen, jedoch keine Entscheidung getroffen, ob Khader Adnan freigelassen, die Haftzeit gekürzt oder bestätigt wird.

„Seit Jahren bedient sich Israel der Administrativhaft um Palästinensische Aktivisten ohne Anklage und Verfahren einzusperren", sagte Ann Harrison, die stellvertretende Amnesty International Direktorin für den Nahen Osten.

„Militärkommandeure können die Haft erneuern wie sie wollen, so dass Gefangene theoretisch lebenslang eingesperrt bleiben können. Die Administrativhaft verletzt ihr Recht auf einen fairen Prozess." Dies sei eine Verletzung des Völkerrechts, das auch Israel achten müsse, so Harrison.

Khader Adnan begann seinen Hungerstreik am 18. Dezember 2011, einen Tag nach seiner Festnahme. Damit protestierte er gegen die Haftbedingungen und die Politik der Administrativhaft.

Der israelische Militärkommandeur für das Westjordanland verhängte im vergangenen Monat einen viermonatigen Arrest gegen ihn.

Khaders Hungerstreik hat zu Demonstrationen im Westjordanland und im Gazastreifen geführt. Vergangene Woche sind weitere palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen aus Solidariät in einen Hungerstreik getreten.

Gefangene in Administrativhaft werden auf der Basis sogenannter „geheimer Beweise" festgehalten, die nach Aussage der israelischen Behörden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden dürften. Diese „Beweise" sind werder für die Gefangenen noch für deren Anwälte zugänglich, so dass für sie keine Möglichkeit besteht, die Haftgründe anzufechten.

Nach Angaben des Israelischen Gefängnisdienstes befanden sich Ende des vergangenen Jahres 307 Palästinenser in Administrativhaft. Darunter einundzwanzig Mitglieder des Palästinensischen Legislativrats.