Mo21052012

BBC zensiert palästinesischen Rapper

cenco

Erstveröffentlicht von ICN

Die BBC hat zugegeben, „übervorsichtig" gewesen zu sein, als sie das Wort „Palästina" aus dem Radio-Mitschnitt eines palästinensischen Rappers entfernte.

Allerdings rechtfertigte die BBC den Schritt dahingehend, dass der Inhalt des Songs, der im Musikprogramm Charlie Slotz Hip Hop M1X veröffentlicht wurde, nicht wesentlich verzerrt worden sei.

Die Palestinensische Solidaritäts-Kampagne (PSC) hat acht Monate darauf verwendet herauszufinden, warum der Text der freestyle performance des Rappers Mic Righteous zensiert wurde. Er hatte gesungen: „I can scream Free Palestine for my beliefs."

BBC Produzenten hatten das Wort „Palestine" durch das Geräusch von zerbrechendem Glas ersetzt. Zwar sei das Wort „Palestine" an sich nicht anstößig, doch zu suggerieren, Palestina sei nicht frei, wäre streitbar. Daher sei die Bearbeitung vorgenommen worden. So habe die BBC ihnen gegenüber die Zensur rechtfertigt, sagte Amena Saleem von PSC.

„Abgesehen davon, dass die BBC damit internationales Recht ignoriert, das eindeutig den Besatzungsstatus Palestinas feststellt, haben wir argumentiert, dass diese Entscheidung eindeutig die parteiische Haltung der BBC gegen Palestina beweist", so Saleem weiter.

Gegen die Zensur hatten Künstler, Abgeordnete und Anwälte in einem offenen Brief protestiert, darunter der Regisseur Ken Loach, die Schauspieler Mark Thomas, Jeremy Hardy, Mark Steel und Alexei Sayle.