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Palästinenser treten in einen Generalstreik in Solidarität mit hungerstreikenden Gefangenen

PNN/ Bethlehem/

Palästinenser im Westjordanland, Gaza, in Israel und der Diaspora treten in einen Generalstreik in Solidarität mit den knapp 1.600 Palästinensern, die seit dem 17. April einen Hungerstreik führen, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Alle Geschäfte, Institutionen, Schulen und öffentliche Transportmittel bleiben den kompletten Montag geschlossen.

Das Medienkomitee des Hungerstreiks hat in einer Stellungnahme zum Generalstreik bekanntgegeben, dass zum ersten Mal seit der ersten Intifada ein Generalstreik im Westjordanland, Gazastreifen, in den 1948 besetzten palästinensischen Gebieten (heutiges Israel) und in der Diaspora eingelegt werde.

Das Komitee, das zum Generalstreik aufgerufen hat, forderte alle Palästinenser im Inland und Ausland dazu auf sich um 11 Uhr an Sammelpunkten und Solidaritätszelten zu treffen, um an später für den Tag angesetzten Protestmärschen teilzunehmen. Außerdem rief das Komitee Palästinenser auf der ganzen Welt dazu auf einen zwölfstündigen Hungerstreik (10-22 Uhr) in Solidarität mit den hungerstreikenden Gefangenen einzulegen.

Das High Follow-Up Committee for Arab Citizens of Israel hat in einem Treffen im zentralen Israel alle Palästinenser Israels, mit der Ausnahme von Schulen und Notfall-Diensten, dazu aufgefordert dem Generalstreik beizutreten. Ob Palästinensern in der Diaspora dem Generalstreik auch beigetreten sind bleibt abzuwarten.

Junge Palästinenser und Aktivisten haben, vor allem in der Gegend um Ramallah, mit Steinen und brennenden Reifen ganze Straßen blockiert, um sicherzustellen, dass sich alle an den Generalstreik halten. Davon betroffen waren nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an News Agency auch internationale Diplomaten und Angestellte internationaler Organisationen.

Erst vor wenigen Wochen traten Palästinenser im gesamten Westjordanland und Gaza in Solidarität mit den hungerstreikenden, gefangenen Palästinensern für einen Tag in einen Generalstreik. Und auch damals blieben nur Krankenhäuser und Notfall-Dienste geöffnet.

Zusätzlich zum Generalstreik am Montag, rief das Komitee am Dienstag zu einem „Tage der Rage“ auf. Für diesen Tag ist ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas geplant.

Rund 1.000 palästinensische Gefangene waren am 17. April in einen Massen-Hungerstreik auf unbestimmte Zeit getreten, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Die rund Hungerstreikenden forderten ein Ende der Verweigerung von Familienbesuchen, ein Ende der Isolationshaft und Administrativhaft, die Art der Haft, mit der Israel heute knapp 500 Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit gefangen hält. Weiterhin fordern sie wieder die Möglichkeit sich während ihrer Haft Fortzubilden und angebrachte, bessere medizinische Behandlung zu erhalten.