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Hungerstreikenden Gefangene könnten sterben, Gesundheitszustand nach 39 Tagen äußerst kritisch

PNN/ Bethlehem/

Der Leiter des Palestinian Committee for Prisoners‘ Affairs Issa Qaraqe warnte am Donnerstag vor dem äußerst kritischen Gesundheitszustand vieler in israelischen Gefängnissen gefangener Palästinenser, die heute ihren 39. Tag ohne Nahrung durchstehen werden. Einige könnten sterben.

In einem Gespräch mit dem Radiosender Voice of Palestine bestätigte Qaraqe, dass man mit internationalen Menschenrechtsgruppen im Gespräch sei, um Israel dazu zu bringen auf die gerechten und humanen Forderungen der Hungerstreikenden zu antworten.

Israel werde langsam nervös. Sie hätten nämlich gemerkt, dass die provisorischen Feldkrankenhäuser, die sie in diversen Gefängnissen aufgebaut hatten, nicht ausreichen, um alle Gefangenen in kritischem Zustand unterzubringen. Deshalb mussten einige der Gefangenen in Krankenhäuser außerhalb der Gefängnisse gebracht werden.

Er fügte weiterhin hinzu, dass eine Lösung zum Hungerstreik noch nicht existiere, aber zeigte sich hoffnungsvoll, dass durch laufende Gespräche ein positives Ergebnis in Hinblick auf diese Angelegenheit erreicht werde.

Da Israel auch nach gut 39 Tagen noch keine offiziellen Gespräche mit den führenden Persönlichkeiten des Hungerstreikes aufgenommen hat, gaben am Mittwoch einige Gefangene bekannt, individuelle Maßnahmen ergreifen zu wollen, um Israel dadurch unter Druck zu setzen.

Sollte auch nur einer der Hungerstreikenden inmitten Israels anhaltender Verweigerung zur Aufnahme bilateraler Gespräche sterben, werde man die Einheit des Hungerstreiks brechen, den gemeinsamen Kampf aller Insassen also in einem individuellen Kampf gegen die israelischen Behörden verwandeln, so anonyme Quellen innerhalb israelischer Gefängnisse.

Mit dieser Maßnahme wäre Israel gezwungen mit jedem Gefangenen individuell zu verhandeln, anstatt die Gespräche mit führenden Persönlichkeiten wie Marwan Barghouthi, die alle Gefangenen repräsentieren, zu führen. Es ist ein von Israel gefürchtetes Szenario. Ein Szenario, „das zu Chaos führen könnte, den sich Israel weder leisten kann noch kontrollieren könnte“, so Rafaat Hamdouna, Leiter des Palestinian Prisoners‘ Center for Studies (PPCS).

PPCS ist nicht bekannt, ob es sich dabei um eine offizielle Maßnahme handelt. Hamdouna spekulierte ebenfalls, dass einige Gefangene auch zu Gewalt greifen können, damit Israel den Forderungen der Hungerstreikenden nachkommt. So sollen manche Häftlinge vielleicht Stechattacken gegen die Wächter und Offizielle des Israelischen Gefängnis Services (IPS) ausführen, sollte der Hungerstreik ohne die führenden Persönlichkeiten weitergehen.

Rund 1.000 palästinensische Gefangene waren am 17. April in einen Massen-Hungerstreik auf unbestimmte Zeit getreten, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Die rund Hungerstreikenden forderten ein Ende der Verweigerung von Familienbesuchen, ein Ende der Isolationshaft und Administrativhaft, die Art der Haft, mit der Israel heute knapp 500 Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit gefangen hält. Weiterhin fordern sie wieder die Möglichkeit sich während ihrer Haft Fortzubilden und angebrachte, bessere medizinische Behandlung zu erhalten.