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Hungerstreik nach 40 Tagen beendet

PNN/ Bethlehem/

Nach rund 40 Tagen haben knapp 850 – 1.300 palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen ihren Hungerstreik eingestellt, da ein Abkommen mit dem Israelische Gefängnis Service (IPS) geschlossen wurde, dies gaben die Leiter des Palestinian Committee for Prisoners‘ Affairs und der Palestine Prisoners’ Society (PPS) am Samstagmorgen bekannt.

Nach ihrem sechs Wochen langen Kampf um die Einhaltung und Beachtung ihrer grundlegenden Rechte in israelischen Gefängnissen, konnte dieser pünktlich zum muslimischen Fastenmonat Ramadan am Samstag beendet werden. Die 18 Gefangenen, die sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes in Krankenhäusern befinden, werden, sobald sich ihre Gesundheit verbessert, wieder ins Gefängnis gebracht.

In einer gemeinsamen Stellungnahme gaben die beiden Leiter, Issa Qaraqe und Qaddura Fares (PPS), bekannt, dass die Häftlinge ihren Hungerstreik eingestellt hätten, nachdem führende Persönlichkeiten des Hungerstreiks, wie Fatah-Politiker Marwan Barghouthi, und des IPS‘ in einem zwanzigstündigen Verhandlungsmarathon im Ashkelon Gefängnis zu einer Übereinkunft gekommen waren, die den gerechten und humanen Forderung der Gefangenen entsprechen.

Ein Sprecher des IPS‘ gab jedoch bekannt, dass die Übereinkunft mit Offiziellen der Palestinian Authority (PA), dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) und dem Staate Israel getroffen wurde und den Häftlingen künftig zwei Angehörigenbesuche pro Monat gewährt werden. Dies war eine der Hauptforderungen der Gefangenen, nachdem das ICRC vor einem Jahr die Besuche auf einen pro Monat reduziert hatte. Nach Angaben der israelischen Tageszeitung The Jerusalem Post zufolge habe der IPS in einer Stellungnahmen bekannt gegeben, dass sich die an den Gesprächen beteiligten Parteien darauf geeinigt haben sollen, dass die PA die Kosten für den zweiten Besuch eines jeden Monats übernehmen werde.

„Innerhalb der Verständigung wurde vereinbart, dass die Palestinian Authority die Wiederaufnahme der zweiten monatlichen Besuche der Familien der Gefangenen, mit der Einwilligung Israels und des Roten Kreuzes, finanzieren wird“, so die Stellungnahme des IPS‘.

Zudem bestätigte der IPS nicht, ob Marwan Barghouthi an den Verhandlungen beteiligt war. Die Hungerstreikenden hatten immer wieder betont, dass, sollte es zu Gesprächen mit den israelischen Behörden kommen, es den führenden Persönlichkeiten des Hungerstreiks, wie Barghouthi, erlaubt sein müsse, an den Verhandlungen teilzunehmen.

Bisher ist noch unklar, ob man sich in der Übereinkunft auf alle Forderungen geeinigt habe oder welche noch ausstehen. Zu den wichtigsten Forderungen der Gefangenen gehörte die Abschaffung der Verweigerung von Familienbesuchen, ein Ende der Isolationshaft und Administrativhaft, jene Art der Haft, mit der Israel heute knapp 500 Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit gefangen hält. Weiterhin fordern sie wieder die Möglichkeit sich während ihrer Haft fortzubilden und angebrachte, bessere medizinische Behandlung zu erhalten.

Israel wurde im Vorfeld und im Verlauf des Hungerstreiks mehrfach für seine Familienbesuch-Politik kritisiert, da diese Vorgehensweise gegen internationales Recht verstoße. So hatte Amnesty International in einer Stellungnahme im Vorfeld des Hungerstreiks Israels jahrzehntelange Vorgehensweise, Palästinenser aus dem Westjordanland und Gaza in Gefängnissen in Israel einzusperren, wodurch den Familien Besuche ihrer inhaftierten Familienmitgliedern erschwert werden, kritisiert. Dies sei „nicht nur grausam sondern auch ein offensichtlicher Verstoß gegen die Vierte Genfer Konvention“.

Derzeit befinden sich 6,500 Palästinenser in israelischer Gefangenschaft. Unter den 6.500 Gefangenen sind 58 Frauen, 300 Kinder, 500, die sich in Israels berühmt-berüchtigter Administrativhaft befinden, und knapp 1.800 kranke Palästinenser.

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