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Tatort des heutigen Vorfalls (4. Mai 2017)

Hebron – Israelische Polizei eröffnet Feuer auf jungen Palästinenser nach vermeintlicher Messer-Attacke

PNN/ Hebron/

Israelische Kräfte haben am Donnerstagmorgen Feuer auf einen Palästinenser in Hebron eröffnet, nachdem dieser angeblich versucht haben soll einen israelischen Grenzpolizisten an einem Militärcheckpoint in der Nähe von Abrahams-Moschee in Hebrons Altstadt mit einem Messer zu erstechen.

Nach Angaben der Sprecherin der israelischen Grenzpolizei, Luba al-Samri, soll der 20-jährige Palästinenser auf den Checkpoint zugelaufen und ein Messer gezückt haben. Zudem soll er Beleidigungen gerufen haben, bevor dann ein Grenzpolizist Feuer auf den Palästinenser eröffnet habe. Kein Israeli soll bei dem Vorfall verletzt worden sein, so al-Samri in ihrer Stellungnahme zum Vorfall.

Der vermeintliche Täter wurde mehrerer übereinstimmender Berichten zufolge durch den Beschuss moderat verletzt und ins israelische Hadassah Krankenhaus in Jerusalem gebracht worden. Der Junge sei nach Aussagen eines Sprechers des Krankenhauses bei Bewusstsein und in stabilem Gesundheitszustand. Er bleibe für die Ermittlungen in Polizeigewahrsam.

Der schießende Grenzpolizist soll unterdessen als Teil der Ermittlungen bereits zum Vorfall befragt worden sein.

Seit Beginn einer neuen Gewaltwelle im Herbst 2015 wurden unzählige Palästinenser wegen Messerbesitzes von israelischen Kräften festgenommen. Häufig genug sollen Palästinenser auch versucht haben mit Messern auf israelische Kräfte loszugehen und wurden dabei von diesen schwer verletzt oder gar getötet.

Diverse Menschenrechtsgruppen hatten in der Vergangenheit bei eben solchen Vorfällen aber auch ihre Zweifel über die israelische Vorgehensweise geäußert. So sprechen diese Gruppen dabei von einer „shoot-to-kill (schießen, um zu töten)“ Vorgehensweise gegen Palästinenser. Hierbei sollen die Täter zum Zeitpunkt ihres Todes keine Gefahr mehr für die israelischen Kräfte dargestellt haben oder auch auf nicht tödliche Weise überführt werden können.
Augenzeugen solcher Vorfälle haben häufig gesagt, dass israelische Kräfte Messer bei den getöteten Palästinensern platziert hätten, um deren Tod und ihre Vorgehensweise mit Selbstverteidigung zu rechtfertigen.

Seit Beginn diesen Jahres wurden bereits 19 Palästinenser durch israelische Hand getötet. 12 dieser Palästinenser waren 25 Jahre alt und jünger.