Breaking News

Ex-Inhaftierter Mazen al-Maghrebi gestorben

PNN/ Ramallah/

Hunderte Palästinenser in Ramallah nehmen am Dienstag Abschied von Mazen al-Maghreb, einem Ex-Gefangenen, der während seiner Haft in einem israelischen Gefängnis eine Nierenkrankheit bekommen hatte und vor Tagesanbruch dieser erlag.

Leiter der Gesellschaft für Palästinensische Gefangene (PPS) Qaddura Fares hat gesagt, dass der 45-jährige al-Maghrebi für fünf Jahre in einem israelischen Gefängnis inhaftiert und dort erkrankt war. Er sei vor wenigen Monaten freigelassen worden.

Al-Maghrebi erlitt am Montag einen plötzlichen Gesundheitsrückschlag, nachdem er am Montag bei einem Protest in Solidarität mit den Hungerstreikenden in israelischen Gefängnissen in Ramallah teilnahm. Daraufhin soll er in ein Krankenhaus in Ramallah gebracht und vor Tagesanbruch am Dienstag für Tod erklärt worden sein.

Qaddura fügte hinzu, dass seit 2013 mindestens zehn palästinensische Gefangen und Ex-Gefangene gestorben sein sollen.

Von ca. 6.500 in israelischen Gefängnissen inhaftierte Palästinenser sind vor 16 Tagen in einen Massen-Hungerstreik getreten, mit dem sie für ihre vorenthaltenen Rechte als Gefangene protestieren. So ist eine der Hauptforderungen, die sie durch den Hungerstreik erreichen wollen, dass sie während ihrer Haft bessere medizinische Behandlung kriegen. Der Israelische Gefängnis Service (IPS) soll demnach die medizinische Behandlung der Gefangenen häufig vernachlässigen.

Weiterhin protestieren die knapp 1.500 Hungerstreikenden für die Abschaffung Israels berühmt-berüchtigter Administrativhaft, die Art von Haft in der Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit inhaftiert werden. Diese Art von Haft darf nach Internationalem Recht nur unter extrem begrenzten Umständen eingesetzt werden.

Zudem fordern die Hungerstreikenden die Abschaffung von Isolationshaft. Israel hat auch hier bisher noch nicht viel daran gesetzt dieser Forderung nachzukommen. So wurden mehrere Anführer des Hungerstreiks, auch Marwan Barghouthi, in Isolationshaft verlegt, um, so palästinensische Offizielle, den Geist der Hungerstreikenden zu zerstören.

Die Hungerstreikenden fordern außerdem, dass deren Familien sie häufiger und länger besuchen kommen dürfen. Da Israel die Inhaftierten meist in Gefängnissen in Israel hält, gestaltet sich das für die Familienmitglieder äußerst schwer. Diese dürfen bekanntlich nicht ohne israelische Genehmigung nach Israel einreisen.

In einer Stellungnahme vor dem Massen-Hungerstreik letzte Woche verurteilte Amnesty International Israels jahrzehntelange Handlungsweise, Palästinenser aus dem Westjordanland und Gaza in Gefängnissen in Israel einzusperren, wodurch den Gefangenen Besuche ihrer Familien vorenthalten werden. Dies sei „nicht nur grausam sondern auch ein offensichtlicher Verstoß gegen die Vierte Genfer Konvention“.

Derzeit befinden sich 6,500 Palästinenser in israelischer Gefangenschaft. Unter den 6.500 Gefangenen sind 58 Frauen, 300 Kinder, 500, die sich in Israels berühmt-berüchtigter Administrativhaft befinden, und knapp 1.800 kranke Palästinenser.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.