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Sa'diyya Karaja Mutter von sieben Kindern

Die Geschichte einer zerrissenen Familie – die Mutter erzählt

PNN/ Bethlehem/

In einem Interview mit PNNEnglish erzählt Sa’diyya Karaja voll Tränen ihre Geschichte als Mutter von sieben Kindern und einem Leben unter Besatzung – deutsche Interpretation

Ursprünglich aus dem Aida Flüchtlingscamp in Bethlehem, heiratet sie 1981 ihren Mann aus Gaza und ist deshalb gezwungen ihren Wohnort von Bethlehem in Gaza umzumelden. 1996, knapp 15 Jahre später, entscheidet sich die Familie dann wieder nach Bethlehem zu ziehen.

So leicht sich die Ummeldung ihres Wohnortes durch die Heirat auch gestaltet hat, jetzt wird sich zeigen, wie viel schwerer es wird wieder offiziell in Bethlehem zu wohnen. Denn die israelischen Behörden weigern sich ihren Wohnort und den ihrer Familienmitglieder umzuändern. Auch ein erneuter Antrag aus dem Jahre 2011 den Wohnort zu ändern, wurde aufgrund eines Sicherheitsverbots abgelehnt.

Die israelischen Behörden betrachten die Familie als illegalen Bürger des Westjordanlandes, wollen der Familie aber auch keine Erlaubnis erteilen wieder zurück nach Gaza zu gehen.

Drei ihrer sechs Söhne wurden aufgrund des Werfens von Steinen und der Teilnahme an antiisraelischen Protesten verhaftet. Ihr ältester Sohn Mohammad Karajan wurde 2004 zu 17 Jahren Haft verurteilt und sitzt im Gefängnis in Israel.

Auch Sa’diyyas zweiter Sohn Hassan wurde 2006 zu 15 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung wartete die Familie sehnsüchtigst auf ihn. Ein Wiedersehen bleibt jedoch aus. Israel schickte Hassan nach Gaza, weil Sa’diyyas Bemühungen den Wohnort nach Bethlehem zu ändern, von israelischer Seite nicht erwidert wurden. Der offizielle Wohnort ist daher Gaza. Heute ist Hassan arbeitslos, hat zwei Kinder und lebt im Nsseirat Flüchtlingscamp in Gaza.

„Gott sei Dank gibt es Internet, so kann ich mein Kind sehen. Ich habe weder ihn noch seine Kinder seit Jahren gesehen. Ich hatte kein einziges Beisammensein oder eine einzige Geburtstagsfeier mit denen“, sagt sie im Interview mit PNNEnglish.

Obendrein wurde letztes Jahr der 17-jährige Mahmoud als dritter Sohn zu zehn Monaten Haft und einer Geldstrafe von 12.000 Shekeln (€3.060) verurteilt. Könne man die Geldstrafe nicht zahlen, hieß es, würde die Haft um weitere sechs Monate verlängert.

„Wir fühlen uns gelähmt. Wir können uns nicht bewegen oder irgendetwas machen. Wir können das Westjordanland nicht verlassen und mein Sohn kann Gaza nicht verlassen.“

Das Einzige, das der Familie aus ihrem Elend helfen kann, ist, dass ihr Wohnort von Gaza nach Bethlehem geändert wird, damit sie sich nach Jahren des Entzugs und Leidens endlich wieder bewegen und sehen können.

Die Geschichte der Karajas ist nur eine von unzähligen Geschichten palästinensischer Familien, die sich aufgrund von israelischen Barrieren und andauernder Unterdrückung nicht mehr besuchen und sehen können. Diaspora, Trennung, Besatzung, Gefängnis, Deportation und Flucht sind alles wesentliche Bestandteile des Lebens eines jeden Palästinensers, grade nach 50 Jahren Besatzung, die bis heute Familien zerreißt.

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