Anführer des Massen-Hungerstreiks Barghouthi hört auf Wasser zu trinken

PNN/ Bethlehem/

Das Palestinian Committee for Prisoners‘ Affairs hat am Dienstag in einer Stellungnahme zum 30. Tag des Massen-Hungerstreiks gesagt, dass der Führer des Hungerstreiks, Marwan Barghouthi, aufhören werde Wasser zu trinken, da Israel bislang den Forderungen der hungerstreikenden, palästinensischen Insassen nicht nachgekommen ist.

Das Komitee beruft sich in seiner Stellungnahme auf Aussagen des Rechtsanwalts Barghouthis, Khader Shqeirat, der ihn am Sonntag zum ersten Mal seit dem 17. April, dem Beginn des Hungerstreiks, besuchen durfte. Dieser sagt, dass Barghouthis Entscheidung auch auf Wasser zu verzichten „einen neuen Wendepunkt im laufenden Hungerstreik mit offenem Ende“ darstelle.

Weiterhin beschuldigt das Komitee in seiner Stellungnahme die israelische Regierung „eine kriminelle Haltung in Hinblick auf die gerechten Forderungen der Gefangenen“ einzunehmen. Die israelische Regierung sei für den „tragischen und desaströsen Weg“, den die palästinensischen Gefangenen auf sich nehmen müssen, verantwortlich. Daher fordere man den UN-Sicherheitsrat und die Generalversammlung dazu auf Notfall-Treffen zum Fall des Hungerstreiks der Gefangenen abzuhalten, um die israelische Regierung zu verpflichten die Rechte der Gefangenen, bewahrt unter internationalem Recht, zu respektieren und seine Politik, die palästinensischen Gefangenen dem „langsamen Tod“ auszusetzen, zu beenden.

Barghouthi insistiert, dass alle Forderungen ohne Verhandlungen und Kompromisse erfüllt werden, wenn es zu bilateralen Gesprächen kommt. Karim Yunis, der am längsten inhaftierte Palästinenser, forderte zudem, dass Führer des Hungerstreiks, wie Barghouthi, in jegliche legitime Gespräche involviert werden müssen.

In einer Stellungnahme vom Dienstag des Medien Komitees in Unterstützung des Streiks wird vor dem kritischen Gesundheitszustand der Hungerstreikenden gewarnt, der durch chronisches Erbrechen, Sehbeeinträchtigung, Ohnmacht und einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von von 20 kg gekennzeichnet ist. Die Hungerstreikenden sollen dennoch dazu entschlossen sein, den Streik weiterzuführen.

Der israelische Minister für öffentliche Sicherheit Gilad Erdan hat allerdings kürzlich gesagt, dass man den Forderungen erst nachgehen würde, wenn der Hungerstreik beendet sei. Palästinensische Offizielle sollen die israelische Seite daraufhin gewarnt haben solch einen Schritt anzugehen, da es zu einer Zunahme von Protesten führen kann, die seit Beginn des Hungerstreiks täglich stattfanden und häufig gewaltsam endeten.

Die rund 1.500 Hungerstreikenden fordern ein Ende der Verweigerung von Familienbesuchen, ein Ende der Isolationshaft und Administrativhaft, die Art der Haft, mit der Israel heute knapp 500 Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit gefangen hält. Weiterhin fordern sie wieder die Möglichkeit sich während ihrer Haft Fortzubilden und angebrachte, bessere medizinische Behandlung zu erhalten.

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