Protest in Solidarität mit Gefangenen am Palestinian Prisoners Day - 17. April 2017

Alle Hungerstreikenden werden in die Nähe von Feldkrankenhäusern in Israel gebracht

PNN/ Bethlehem/

Leiter des Palestinian Committee for Prisoners‘ Affairs Issa Qaraqe hat am Mittwochabend in einer Stellungnahme bekanntgegeben, dass alle der knapp 1.300 Hungerstreikenden ins Beersheba, Shatta und Ramleh Gefängnis aufgrund deren „Nähe zu israelischen Krankenhäusern“ umgelagert wurden.

In der Stellungnahme gab Qaraqe bekannt, dass alle Gefangenen, die am „Freiheit und Würde“ Hungerstreik, der am Mittwoch seinen zweiten Monat anbrach, teilnehmen, im südlich gelegenen Beersheba Gefängnis, im zentralen Ramleh Gefängnis und nördlichen Shatta Gefängnis konzentriert wurden. Bei allen Dreien wurden im Vorfeld des Hungerstreiks Feldkrankenhäuser errichtet. „Dieser Schritt [zeige] die Ernsthaftigkeit der Gesundheitszustände der Hungerstreikenden“, fügte Qaraqe besorgt hinzu.

Weiterhin hielt er den Israelischen Gefängnis Service (IPS) und die israelischen Behörden vollständig verantwortlich für die Leben der Gefangenen, von denen einige an inneren Blutungen und Ohnmacht leiden. Er rief die internationale Gemeinde dazu auf „sofort zu handeln, um Druck auf die Besatzungsbehörden auszuüben, damit dem Leiden der Gefangenen ein Ende gesetzt und auf deren legitimen humanitären Forderungen geantwortet wird“.

Erst vor zwei Tagen hatte das Komitee Israel für den „tragischen und desaströsen Weg“, den die palästinensischen Gefangenen auf sich nehmen müssen, verantwortlich gemacht. Und auch dann hatte man den UN-Sicherheitsrat und die Generalversammlung zu Notfall-Treffen im Falls des Hungerstreiks der Gefangenen aufgerufen. Dadurch solle erreicht werden, dass die israelische Regierung dazu verpflichtet wird, die Rechte der Gefangenen, bewahrt unter internationalem Recht, zu respektieren und seine Politik, die palästinensischen Gefangenen dem „langsamen Tod“ auszusetzen, zu beenden.

Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an News Agency habe ihnen ein Sprecher des IPS‘ bekanntgegeben, dass nur Hungerstreikende aus Gefängnissen im südlichen Negev nach Beersheba gebracht wurden, „um näher am Zentrum Israels für den Fall, dass sie in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, zu sein“. Die Gefangenen sollen auf Empfehlung der Doktoren auch in zivilen Krankenhäusern behandelt werden.

Nach rund 32 Tagen mit Salzwasser als einzige Nahrung wurde sehr oft vom sich verschlechternden Gesundheitszustand der Hungerstreikenden, die unter chronischem Erbrechen, Sehbeeinträchtigung, Ohnmacht, einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von von 20 kg und nun eben auch unter inneren Blutungen leiden, berichtet. Dennoch ging die israelische Regierung mit Gilad Erdan, als Minister für öffentliche Sicherheit und damit als für diesen Fall Verantwortlichem, und dem IPS noch nicht auf die Forderungen der Hungerstreikenden ein. Erst müsse der Hungerstreik beendet werden. Die Hungerstreikenden sollen nach Angaben des Komitees jedoch entschloßen sein, den Hungerstreik weiterzuführen.

Anführer des Massen-Hungerstreiks Marwan Barghouthi hat, um weiteren Druck auf Israel auszuüben, laut Komitee vor zwei Tagen aufgehört Wasser zu trinken.

Rund 1.000 palästinensische Gefangene waren am 17. April in einen Massen-Hungerstreik auf unbestimmte Zeit getreten, um gegen ihre Haftbedingungen zu protestieren. Die rund Hungerstreikenden forderten ein Ende der Verweigerung von Familienbesuchen, ein Ende der Isolationshaft und Administrativhaft, die Art der Haft, mit der Israel heute knapp 500 Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit gefangen hält. Weiterhin fordern sie wieder die Möglichkeit sich während ihrer Haft Fortzubilden und angebrachte, bessere medizinische Behandlung zu erhalten.

Israelische Gefängnisse und Befragunszentren Credit: Addameer

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