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Kollision des Unfallautos mit israelischem Bus Credit: Ma'an News Agency

Palästinenser nach vermeintlicher Auto-Attacke erschossen

PNN/ Bethlehem/

Ein Palästinenser wurde Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr von israelischen Kräften erschossen, nachdem er angeblich eine Auto-Attacke auf eine Bushaltestelle in der Nähe zur illegalen Siedlung Gush Etzion im südlichen Westjordanland ausgeführt haben soll.

Ein Sprecher der israelischen Armee soll der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an News Agency berichtet haben, dass der Palästinenser in seinem Fahrzeug in die Bushaltestelle gefahren sein und dabei einen Israeli verletzt haben soll. Er fügte hinzu, dass israelische Kräfte, die sich im Umfeld der Bushaltestelle befanden, dann auf den „vermeintlichen Attentäter“ geschossen haben. Außerdem soll dieser ein Messer in seinem Auto mit sich geführt haben.

Fotos des Tatortes, die israelische Medien öffentlich machten, zeigen jedoch, dass das Auto offensichtlich mit einem Bus an der Bushaltestelle kollidiert ist. Zudem soll der „vermeintliche Attentäter“ Zeug

enaussagen zufolge schon mit dem Bus kollidiert und zum stehen gekommen sein, als die israelischen Kräfte Feuer auf den 21-jährigen Palästinenser eröffnet haben.

Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte am späteren Mittwochnachmittag, dass Suhaib Moussa Mashour Mashahra später seinen Wunden erlag. Der Sanitäter des israelischen Krankentransports Magen David Adom Shmuel Daniel, der sowohl den 60 Jahre alten Israeli, der leicht bis mäßig am Kopf verletzt wurde, als auch Mashahra am Unfallort verpflegte, beschrieb, dass der Israeli bei „Bewusstsein“ auf dem Boden lag, aber „verwirrt“ wirkte.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtet zu dem Vorfall, dass die israelischen Kräfte palästinensische Sanitäter davon abgehalten haben sollen, sich um Mashahra zu kümmern. Stattdessen sollen S

anitäter der israelischen Armee erste Hilfe geleistet und den 21-Jährigen aus dem Dorf al-Sawahira im Jerusalemer Bezirksgebiet in ein nicht näher bekanntes Krankenhaus gebracht haben.

Vorsitzender des Gush Etzion Regionalrats Shlomo Ne’eman rief in einer Stellungnahme zum Vorfall die israelische Regierung dazu auf, als Antwort auf solche Attacken den (Aus-)bau israelischer Siedlungen im Westjordanland zu genehmigen, damit „die Terroristen“ den Preis für solche Taten spüren. Er fügte hinzu, dass dies „ein weiterer Vorfall sei, der das Streben des Terrorismus‘  zeige, uns [Israel] unter seine Kontrolle zu bringen. Aber sie sollten verstehen, dass es uns nur stärkt“.

„… [ich] rufe die Regierung dazu auf Siedlungen zu stärken und den Bau mit all seiner Kraft zu fördern. Wenn sie unser Blut vergießen und jeder Verbreiter von Hass sollte wissen, dass das Ergebnis viele Häuser und Siedler mehr im Land Israels ist.“

Seit einer erneuten Gewaltwelle, die im September 2015 losgelöst wurde, ist die Gush Etzion Kreuzung häufig Tatort diverser Attacken geworden. Allerdings haben auch diverse Menschenrechtsgruppen, die Verein

ten Nationen und die palästinensische Führung immer wieder Israels Vorgehen bei solchen Vorfällen stark kritisiert. Israel benutze demnach unnötigerweise tödliche Gewalt gegen Palästinenser, die keine Gefahr darstellten und einfach hätten verhaftet werden können und bezeichnen. Israelische Kräfte würde „außergerichtlich exekutieren“.

Mashahra ist der 19. Palästinenser, der seit Beginn des Jahres durch israelische Hand getötet wurde. 12 von diesen Palästinenser waren 25 Jahre alt und jünger.

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