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Marwan Barghouti

Israel kontert Massen-Hungerstreik – Familien Inhaftierter wird Besuch verwehrt!

PNN/ Bethlehem/

Die israelische Besatzungsbehörde (IOA) hat einigen palästinensischen Familien bereits am zweiten Tag verwehrt, ihre Verwandten im Gefängnis zu besuchen.

Dass Familienmitglieder ihre Verwandten im Gefängnis öfter besuchen kommen dürfen, war eigentlich eine der Hauptforderungen der Teilnehmer am Massen-Hungerstreik. Jetzt hat sich der Israelische Gefängnis Service (IPS) als Antwort auf den Massen-Hungerstreik dazu entschlossen Familien inhaftierter Palästinenser des Rechtes auf Besuch bis auf Weiteres zu berauben.

Familien hatten berichtet, dass sie haben weite und erschöpfende Reisen auf sich nehmen müssen, um ihre Verwandten im Gefängnis besuchen zu können und um erst dann von dem neuen Ban zu erfahren. Zusätzlich wurde den Gefangenen auch verboten Besuch von Anwälten zu erhalten.

In einer Stellungnahme vor dem Massen-Hungerstreik letzte Woche verurteilte Amnesty International Israels jahrzehntelange Handlungsweise, Palästinenser aus dem Westjordanland und Gaza in Gefängnissen in Israel einzusperren, wodurch den Gefangenen Besuche ihrer Familien vorenthalten werden. Dies sei „nicht nur grausam sondern auch ein offensichtlicher Verstoß gegen die Vierte Genfer Konvention“.

Angaben von Betroffenen zufolge sei das Besuchsverbot der Start von einer Reihe bestrafender Maßnahmen mit dem Ziel die Hungerstreikenden zu bezwingen und dazu zu bringen den Massenhungerstreik einzustellen.

Knapp 1.200 Inhaftierte sind gestern in einen Massen-Hungerstreik mit offenem Ende getreten, um den den Palestinian Prisoners Day zu ehren und gegen die Misshandlungen, die sie von Israel erfahren haben, zu protestieren. Der Hungerstreik wird von Marwan Barghouthi, eine der führenden Persönlichkeiten der Fatah, angeführt. Barghouthi wurde 2004 für die Verwicklung in tödliche Terrorangriffe zu fünf Mal lebenslänglich verurteilt und ist der ranghöchste Palästinenser, der sich in israelischer Haft befindet.

Die Teilnehmer des Massen-Hungerstreiks fordern, dass der Israelische Gefängnis Service (IPS) den Insassen den Besitz von Kabelfernsehen, die Kontrolle und Aufsicht über Gefängnisküchen den Insassen überträgt, sowie die Einfuhr von Dingen wie Büchern, Magazinen, Kleidung, Nahrungsmitteln und „speziellen persönlichen Sachen“ für weibliche Insassen genehmigt. Außerdem soll den Inhaftierten wieder die Möglichkeit geboten werden, dem Programm der Hebrew Open University Bildung zu erhalten, beizutreten, sowie Prüfungen der weiterführenden Schule, während ihres Aufenthaltes in israelischen Gefängnissen, zu absolvieren.

Derzeit befinden sich 6,500 Palästinenser in israelischer Gefangenschaft. Unter den 6.500 Gefangenen sind 58 Frauen, 300 Kinder, 500, die sich in Israels berühmt-berüchtigter Administrativhaft befinden, und knapp 1.800 kranke Palästinenser.