Protest in Solidarität mit Gefangenen am Palestinian Prisoners Day - 17. April 2017

Bethlehem – Israelische Soldaten schlagen friedlichen Protest in Solidarität mit Gefangenen am Palestinian Prisoners Day nieder

PNN/ Bethlehem/

Israelische Besatzungskräfte (IOF) haben am Montagmittag in Bethlehem einen friedlichen Protest in Solidarität mit Palästinensern, die in israelischen Gefängnissen gefangen gehalten werden und zu hunderten heute in einen Massen-Hungerstreik getreten sind, niedergeschlagen.

Hunderte Protestierende liefen durch die Straßen von Bethlehem und marschierten auf die nördliche Mauer in Bethlehem – unmittelbar neben dem Fünfsternehotel Jacir Palace – zu und hielten Bilder von gefangenen Palästinensern und palästinensische Flaggen hoch.

Die israelischen Kräfte haben, sobald die Demonstranten, bestehend aus Familienmitgliedern Inhaftierter, Aktivisten, Studenten, palästinensischen Assoziationen und politischen Parteien, zusehen waren, große Mengen Tränengas und gummibeschichtete Stahlkugeln gegen diese eingesetzt und dabei Berichten zufolge mehrere Menschen verletzt.

Die Protestierenden haben mit dem Marsch am Palestinian Prisoners Day ihre Solidarität für inhaftierte Palästinenser ausgedrückt, die heute in einen Massenhungerstreik getreten sind und gegen den Israelischen Gefängnis Service (IPS) protestieren, bis dieser den zuvor gestellten Forderungen nachkommt.

Marwan Barghouthi ist eine der führenden Persönlichkeiten der Fatah und führt den Massen-Hungerstreik mit knapp 1.200 Teilnehmern an. Barghouthi wurde 2004 für die Verwicklung in tödliche Terrorangriffe zu fünf Mal lebenslänglich verurteilt und ist der ranghöchste Palästinenser, der sich in israelischer Haft befindet.

Obwohl überwiegend inhaftierte Fatah Anhänger dem Massen-Hungerstreik beigetreten sind, nehmen auch Anhänger der Hamas und der Islamischen Dschihad Bewegung teil.

Die Teilnehmer des Massen-Hungerstreiks fordern, dass der Israelische Gefängnis Service (IPS) den Insassen den Besitz von Kabelfernsehen, die Kontrolle und Aufsicht über Gefängnisküchen den Insassen überträgt, sowie die Einfuhr von Dingen wie Büchern, Magazinen, Kleidung, Nahrungsmitteln und „speziellen persönlichen Sachen“ für weibliche Insassen genehmigt. Außerdem soll den Inhaftierten wieder die Möglichkeit geboten werden, dem Programm der Hebrew Open University Bildung zu erhalten, beizutreten, sowie Prüfungen der weiterführenden Schule, während ihres Aufenthaltes in israelischen Gefängnissen, zu absolvieren.

Nicht zuletzt fordern die Beteiligten am Massen-Hungerstreik die Abschaffung von Isolationshaft und Verwaltungshaft (Form der Haft, in der Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit inhaftiert werden). Die Verwaltungshaft ist ein beliebtes Motiv unter Inhaftierten, um in den Hungerstreik zu treten.

Derzeit befinden sich 6,500 Palästinenser in israelischer Gefangenschaft. Unter den 6.500 Gefangenen sind 58 Frauen, 300 Kinder, 500, die sich in Israels berühmt-berüchtigter Administrativhaft befinden, und knapp 1.800 kranke Palästinenser.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.