Marwan Barghouti

Acht Tage nach Start des Massen-Hungerstreiks – Barghouthis Gesundheit verschlechtert sich

PNN/ Bethlehem/

Acht Tage nach Beginn des Massen-Hungerstreiks wird zum ersten Mal über die Gesundheit des Mannes berichtet, der den Streik mit knapp 1.500 Anhängern anführt.

Die Gesundheit Marwan Barghouthis, 57, Israels ranghöchster Gefangener und Initiator und Anführer des Massen-Hungerstreiks, hat sich Berichten des Komitees für Medien des „Würde und Freiheit“ Hungerstreiks zufolge nach acht Tagen signifikant verschlechtert. Eine Behandlung mit Medikationen soll demzufolge für Barghouthis Gesundheit vonnöten sein. Diese lehne er aber ab und betont erneut, dass die Forderungen der Gefangenen erhört werden sollen.

Mit verschiedenen Forderungen versuchen die Inhaftierten ihre Rechte, die ihnen vom Besatzer genommen wurden, wiederherzustellen. So fordern sie, die Abschaffung Israels berühmt-berüchtigter Administrativhaft, die Art von Haft in der Palästinenser ohne Prozess und ohne Anklage auf unbestimmte Zeit inhaftiert werden. Derzeit werden von knapp 6.500 Häftlingen 500 auf diese Art und Weise gefangen gehalten.

Die inhaftierten Hungerstreikenden fordern weiterhin, dass die Isolationshaft abgeschafft und es Familienmitgliedern erleichtert wird, sie zu besuchen.
Seit Beginn des Hungerstreiks hat der Israelische Gefängnis Service (IPS) allerdings wenig daran gesetzt diesen Forderungen nachzukommen. Er hat diverse führende Persönlichkeiten des Hungerstreiks in Isolationshaft gesteckt und ein totales Besuchsverbot für mehrere Familien und Anwälte Inhaftierter ausgesprochen.
Juristen palästinensischer Institutionen, die sich für den Fall der gefangenen Palästinenser einsetzten, boykottieren bereits vier Tage infolge israelische Gerichte als Antwort auf Israels totales Besuchsverbot.

Erst in der Woche vor Beginn des Massen-Hungerstreiks verurteilte auch Amnesty International in einer Stellungnahme Israels jahrzehntelange Handlungsweise, Palästinenser aus dem Westjordanland und Gaza in Gefängnissen in Israel einzusperren, wodurch den Gefangenen Besuche ihrer Familien vorenthalten werden. Dies sei „nicht nur grausam sondern auch ein offensichtlicher Verstoß gegen die Vierte Genfer Konvention“.

Barghouthi, Mitglied der Fatah seitdem er 15 Jahre alt ist, wurde 2004 wegen mehrfachen Mordes und Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung zu fünffacher lebenslanger Haft verurteilt, konnte aber dennoch über all die Jahre seinen Einfluss auf die Außenwelt, auf seine Anhänger und Feinde gleichermaßen, bewahren.

Jüngstes Beispiel ist eben dieser Aufruf zu einem Massen-Hungerstreik, in dem er alle Palästinenser in israelischer Gefangenschaft dazu aufrief, in den Hungerstreik zu treten bis Israel den Forderungen der Gefangenen nachgeht. Und nach nur einem Tag folgten bereits 1.200 Gefangene diesem Aufruf. Gefangene aus dem gesamten politischen Spektrum. Von Anhängern der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) bis hin zu Anhängern der Hamas traten in den Hungerstreik.

So hat sich die Hamas am Sonntag in einer Stellungnahme offiziell für den Massen-Hungerstreik ausgesprochen. Darin rief Abdullatif al-Qanou‘, ein Sprecher der Hamas, alle Palästinenser dazu auf das Problem um die Rechte der Gefangenen unter allen Umständen zu unterstützen, bis diese ihre fairen Forderungen, ihre durch Internationales Recht gesicherten Rechte, erhalten.

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– Sehenswert –

Israelis und israelisches Militär veranstalten Barbecue vor einem Gefängnis (Ofer), in dem unzählige Palästinenser nur wenige Tage zuvor in den Hungerstreik getreten sind, weil Israel seinen Verpflichtung als Besatzungsmacht nach der Vierten Genfer Konvention nicht nachkommt und somit den inhaftierten Palästinensern ihre Rechte verwehrt.

Credit: Middle East Eye

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