Hamas schließt bis auf Weiteres Grenzübergänge zu Israel nach Mazen Fuqhas Ermordung

PNN/ Gaza/

Das Innenministerium der Hamas Regierung in Gaza hat am Sonntagmorgen bekanntgegeben, dass sie den Beit Hanoun Grenzübergang im Norden des Gazastreifens bis auf Weiteres schließen wird.

Dass Grenzübergange in Gaza von palästinensischer Seite geschlossenen werden, ist ein äußerst seltener Entschluss, der diesmal aufgrund des Mordes an Mazen Fuqhas, eine führende Persönlichkeit der Hamas, gefällt wurde.

Iyad al-Buzum, ein Sprecher des Ministeriums, hat in einer Stellungnahme zur Schließung des einzigen Gaza-Israel Grenzüberganges, der für palästinensische Zivilisten passierbar ist, gesagt, dass der Grenzübergang bis auf Weiteres geschlossen bleibe, damit Gazas Sicherheitsbeauftragte die Ermordung Fuqhas untersuchen können. Nur humanitären Notfällen ist es erlaubt durch den Grenzübergang von Israel wieder in den Gazastreifen zurückzukehren.

„Angesichts der humanitären Lage ist es [auch] nur humanitären [Not-]fällen erlaubt, durch den Beit Hanoun Checkpoint in den Gazastreifen zurückzukehren.“

Weiterhin rief Buzum die Einwohner Gazas und Medien auf, verantwortungsbewusst mit der Ermordung Fuqhas umzugehen und keine Gerüchte zu verbreiten. Eine Ermittlung gegen die Ermordung sei bereits im Gange.

Ma’an News Agency zufolge sollen lokale Quellen gesagt haben, dass ein „Alarmzustand“ in ganz Gaza bis Sonntagnachmittag ausgerufen und Checkpoints auf Straßen und an den Eingängen zu Städten errichtet werden. Außerdem sollen Sicherheitsbeamte entlang der gesamten östlichen Grenze des Gazastreifens eingesetzt sein, „um zu verhindern, dass der Mörder Fuqhas über den Grenzzaun nach Israel flüchten kann“. Sicherheitsbeauftragte sollen zudem damit beschäftigt worden sein, Fischer an der Westküste Gazas an Land zu evakuieren. Darüber hinaus soll auch der Grenzübergang zu Ägypten (Rafah), der nur selten geöffnet wird, geschlossen bleiben.

Der einzige Übergang, dessen Betrieb nicht eingestellt werde, ist laut Ma’an News Agency der Grenzübergang Karm Abu Salem, an dem nur Güter und keine Menschen die Grenze passieren.

Fuqha wurde am Freitagabend mit vier Kugeln im Kopf, tot vor einem Wohnhaus im Südwesten Gaza Stadts aufgefunden. Nach Aussagen von Hamas-Offiziellen soll der Mord an Fuqha, durch gezielte Schüsse in den Kopf mit einer schallgedämpften Pistole, von Attentätern ausgeführt worden sein, die mit Israel „kollaboriert“ haben.

Fuqha, 38, war eine führende Persönlichkeit der Hamas im besetzten Westjordanland, bis er 2003 unter dem Vorwand Attacken auf Israel zu planen, zu neunfacher lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bereits 2011 wurde er aber im Gilad Shalit Gefangenenaustausch mit knapp 1.000 anderen Palästinensern in den Gazastreifen entlassen.

Fuqhas Vater, der noch in Tubas, eine Stadt im Norden des Westjordanlandes, lebt, hat Asra Radio gesagt, dass auch er Israel des Todes seines Sohnes beschuldigt, da „sie einige Male von Offizieren des israelischen Geheimdienstes zu Hause aufgesucht und gewarnt wurden, dass wenn Mazen weiterhin aktiv bleibe, er liquidiert werde“.

Die Hamas und andere palästinensische Parteien, wie der Islamische Dschihad und die linksgerichtete Volksfront zur Befreiung Palästinas, haben Israel der spürbaren Eskalation von Feindseligkeiten gegen Palästinenser im Gazastreifen beschuldigt und Vergeltung geschworen, da die palästinensische Widerstandsbewegung das Recht dazu habe, sich zu wehren.

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