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IDF sperrt Zugang zu Dorf nahe Hebron Credit: Wisam Hashlamoun/Flash90

Die letzte Woche im Überblick – 12.3 bis 19.3.2017

Dritte Märzwoche vom 12. bis 19. im Überblick

PNN/ Bethlehem/

In der folgenden Grafik erhalten Sie einen Überblick über die Festnahmen von Palästinensern während Überfällen israelischer Besatzungskräfte (IOF)  in den frühen Morgenstunden der dritten Märzwoche vom 12.3 bis 19.3.2017.

Palästinenser, die tagsüber an Checkpoints oder auf andere Art und Weise festgenommen wurden, sind in der Infografik nicht berücksichtigt.

Festnahmen von Palästinensern durch israelische Kräfte in der dritten Märzwoche, 12. – 19. März 2017

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Erklärung der Legende:
Nördliches Westjordanland – Bezirksgebiete Nablus, Tubas, Tulkarem und Jenin
Jordantal & Totesmeer – Gebiete südöstlich und nordöstlich von Jericho
Zentrales Westjordanland – Bezirksgebiete Salfit, Ramallah und Jericho
Südliches Westjordanland – Bezirksgebiete Bethlehem und Hebron
Ost-Jerusalem – Besetzte Gebiete in Ost-Jerusalem und Teile des Westjordanlandes in unmittelbarer Nähe
Gesamt – Die Festnahmen der gesamten Woche akkumuliert


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Sonntag, 12. März 2017 – Sieben Palästinenser im Westjordanland werden festgenommen. Der größte Anteil kam aus dem zentralen Westjordanland.

Montag, 13. März 2017 – 22 Palästinenser im Westjordanland werden festgenommen. 12 wurden im Bezirksgebiet Ost-Jerusalems festgenommen. Hauptsächlich Familienmitglieder des in der Nacht zu Montag erschossenen Ibrahim Mahmoud Matar.

Dienstag, 14. März 2017 – 18 Palästinenser im Westjordanland werden festgenommen. Acht dieser Festnahmen fanden in den Bezirksgebieten der Städte Nablus und Jenin im Westjordanland statt.

Mittwoch, 15. März 2017 – Mit 36 Festnahmen war der Mittwoch vergangener Woche der Höhepunkt der Razzia-Kampagne der IOF. Bei den Überfällen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) werden im südlichen Westjordanland in den Bezirksgebieten Hebrons und Bethlehems 12 Palästinenser festgenommen. Im Bezirksgebiet Ost-Jerusalems sind elf Festnahmen gemeldet.

Donnerstagen, 16. März 2017 – 12 Palästinenser im Westjordanland werden festgenommen

Freitag, 17. März 2017 –  Kein Palästinenser wird im Westjordanland festgenommen.

Samstag, 18. März 2017 – Ein Palästinenser wird, unter dem Vorwand mit einem Schraubenzieher eine Erstechungsattacke durchführen zu wollen, am späten Samstagabend von israelischen Kräften festgenommen.

Sonntag, 19. März 2017 – 13 Palästinenser werden festgenommen. Die meisten Palästinenser werden im südlichen Westjordanland in Überfällen der IOF in den frühen Morgenstunden gefasst.

Nach Angaben der Vereinten Nationen führen israelische Besatzungskräfte auf fast täglicher Basis, Überfälle mit Festnahmen in den frühen Morgenstunden durch. Im vergangenen Jahr (2016) sollen die IOF im Durchschnitt 95 Palästinenser pro Woche festgenommen haben. Seit Beginn des Jahres (2017) zeichneten die Vereinten Nationen einen wöchentlichen Durchschnitt von 73 Festnahmen auf.

Das Palestinian Prisoner’s Center for Studies veröffentlicht in seinem monatlichen Bericht für den Februar 2017 eine Gesamtzahl von knapp 420 Festnahmen, von denen 70 Minderjährige und 22 Frauen sind.


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In der Woche vom 12. März bis 19. März 2017 werden zwei Palästinenser erschossen und weitere 16 Palästinenser angeschossen und verletzt.

  1. Ibrahim Mahmoud Matar wird in der Nacht von Sonntag auf Montag, den 13. März 2017, unter dem Vorwand, israelische Soldaten erstechen zu wollen, erschossen. Matar war auf dem Weg zum Fajr-Gebet (Dämmerungsgebet) in der al-Aqsa Moschee in der Jerusalemer Altstadt als er versucht haben soll zwei israelische Soldaten in ihrem Wachposten am Lion’s Gate zu erstechen. Augenzeugen behaupten jedoch Matar, ein Palästinenser aus dem Jerusalemer Ortsteil Jabal al-Mukabbir, sei „kaltblütig exekutiert“ worden.
  2. Der 16-jährige Palästinenser Murad Yousif Abu Ghazi wird im al-Arrub Flüchtlingscamp im Bezirksgebiet Hebron erschossen. Israelische Soldaten haben auf eine Gruppe palästinensischer Jugendliche Feuer eröffnet, nachdem diese „Brandbomben auf Autos geworfen haben, die auf einer Straße neben dem Flüchtlingcamp entlangfuhren“.
  3. In dem Gefecht zwischen israelischen Soldaten und der Gruppe Jugendlicher im al-Arrub Flüchtlingscamp am 17. März, wird ein weiterer Junge durch scharfe Munition schwer verletzt.
  4. Einen Tag später werden als Folge von Auseinandersetzungen zwischen Campeinwohnern und israelischen Kräften nach der Beerdigung des 16-jährigen Murad Yousif, acht weitere Palästinenser von gummiertem Geschoss getroffen und verletzt.
  5. Weitere fünf Palästinenser werden verletzt, als ein Überfall israelischer Kräfte im Duheisha Flüchtlingscamp, südlich von Bethlehem, am 15. März in eine heftige Auseinandersetzung ausartet. Die fünf Verletzten werden von scharfer Munitionen, sowie Schrapnell getroffen.
  6. Zwei junge Palästinenser werden ebenfalls am 15. März durch die Verwendung scharfer Munition israelischer Kräfte schwer verletzt. Einer der Beiden, ein 27-jähriger Mann, soll versucht haben durch eine Lücke in Israels „Separation Wall“ von Bethlehem nach Jerusalem zur Arbeit zu gelangen. Die zweite Person, ein 16 Jahre altes Mädchen, wurde in der Nähe zur Siedlung Gush Etzion angeschossen, nachdem sie versucht haben soll mit einem Auto in eine Gruppe israelischer Soldaten zu fahren.

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Beschuss und andere militärische Einfälle in Gaza vom 12. März bis 19. März 2017

  1. Am Mittwochmorgen, des 15. März 2017, sollen nach Angaben von Einwohnern aus Gaza israelische Militärfahrzeuge in Begleitung von Bulldozer den Grenzzaun überquert und Land geebnet haben. Während dieses Einfalls israelischen Militärs in der zentral gelegenen Stadt Juhr al-Dik im Gazastreifen, soll kein Feuer eröffnet worden sein. Zudem sollen isarelische Dronen den Luftraum gesichert haben.
  2. Am selben Tag berichtet das israelische Militär von einem Geschoss, das aus dem Gazastreifen abgeschossen und im israelischen Bezirksgebiet Spot Negev gelandet sein soll. Das Geschoss ist nach Angaben des Militärs in einem offenen Gebiet gelandet und hat niemanden verletzt.
  3. Nur wenige Stunden später, am 16. März, startet Israel zwei Luftangriffe auf den Gazastreifen. Als Antwort auf das Geschoss, das aus Gaza abgefeuert wurde und keine Verletzte gefordert hat, versuchte Israel mit seinen „zwei Luftangriffen Positionen der Terrororganisation Hamas“ zu zerstören. Einer der Luftangriffe trifft einen Trainingsposten des militärischen Flügels der Hamas, Izz al-Din al-Qassam Brigades. Der zweite Angriff jedoch schlägt östlich von Shujaaiya, einem Stadtteil Gaza Stadts, ein und schneidet diesen vom Stromnetz ab. Es wurden keine Verletzten bei diesen Luftangriffen gemeldet.
  4. Israelische Seestreitkräfte eröffnen Feuer auf Fischer vor Gazas Küste, da sie in die für Israel vorgesehene Fischerzone gesegelt sein sollen. Weder in den Auseinandersetzungen am 16. März noch am 18. März wurden Verletzte gemeldet.
  5. Israelisches Militär feuert drei Artilleriegeschosse auf die im Gazastreifen nördlich gelegene Stadt Beit Lahya als „Antwort auf ein Geschoss, das aus dem Gazastreifen ins Bezirksgebiet Hof Ashkelon abgefeuert wurde, in einem offenem Feld gelandet ist und keine Opfer gefordert hat. Außerdem hat die israelische Luftwaffe einen Luftangriff auf einen Militärposten der „Palästinensischen Widerstandsbewegung“ gestartet. In den beiden Angriffen am 18. März wurde niemand verletzt.

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