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Al-Araqib zum 110. Mal zerstört

PNN/ Bethlehem/

Die jordanische Nachrichtenagentur Petra News Ageny hat am Donnerstag berichtet, dass das Beduinendorf al-Araqib im Negev zum 110. Mal von israelischen Kräften zerstört wurde.

Das israelische Militär soll, in Begleitung von israelischer Polizei, mit Bulldozern am frühen Donnerstagmorgen das Dorf gestürmt, alle Zugangsstraßen gesperrt und mit der 110. Zerstörung des Dorfes seit 2010 begonnen haben, so das High Follow-Up Committee for Arab Citizens of Israel.

Erst Mitte Februar hatten israelische Kräfte das Dorf zum 109. Mal zerstört.

Diese Zerstörungdskampagne ist ein andauernder Kampf israelischer Behörden, um die nach israelischem Gesetz illegalen Beduinendörfer im Negev umzusiedeln. Einwohner des Dorfes al-Araqib bestreiten ihre Unrechtsmäßigkeit, da sie sowohl zu Zeiten des osmanischen Reiches als auch unter britischem Mandat stehts Steuern für das knapp 1.9 Hektar große Land gezahlt haben.

Während der Zerstörungen der Dörfer kommt es häufig zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Kräften und Dorfeinwohnern, die vereinzelt auch, wie zuletzt im Dorf Umm al-Hiran im Januar, tödlich enden.

Wenn die Dorfeinwohner ihre Häuser, zumeist Zelte oder provisorische Baracken, nicht selber zerstören, müssen diese für die Kosten der israelischen Kräfte aufkommen. Für die 110 Zerstörungen seit 2010 soll das Dorf nun 2 Millionen Shekel (ca. €514.000) an israelische Behörden zahlen.

Menschenrechtsgruppen sind der Meinung, dass die Zerstörung von al-Araqib und anderen nicht anerkannten Beduinendörfern eine zentrale Rolle in Israels Politik einnimmt – im Negev heimische Palästinenser sollen vertrieben und in staatlichgeführte Ortschaften umgesiedelt werden, damit neuer Platz für jüdisch-israelische Gemeinden, die oft nur wenige Meter von Beduinendörfern entfernt liegen, geschaffen werden kann.